SUNDAY, DECEMBER 21, 2014

Effektiver und nominaler Kreditzins

Kreditzinsen

Zinsen geben Infos darüber wie tauer ein Kredit ist. Dies hilft dabei günstige Kreditangebote zu finden und erleichtert das vergleichen von verschiedenen Kreditangeboten. Der Nachfolgendne Artikel erklärt die verschiedenen Arten von Krediten.


Wenn man die Angebote der einzelnen Banken zu den Krediten anschaut, dann begegnen einem zwei verschiedene Angaben, bei denen es sich einmal um den effektiven Jahreszins und zum Anderen um den Nominalzins handelt. Diese beiden Werte können nicht miteinander verglichen werden.

Nominalzins

Der Nominalzins für einen Kredit, der auf Deutsch als Nennzins bezeichnet wird, gibt immer nur das tatsächliche Entgelt an, das die Bank für das Verleihen des Geldes vom Kunden fordert. Alle sonstigen Kosten, die rund um den Kredit entstehen können, bleiben dabei komplett unberücksichtigt. Der Nominalzins ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig. Auf dem europäischen Finanzmarkt wirkt sich immer der von der Europäischen Zentralbank erhobene Leitzins aus. Sinkt dieser, kann man davon ausgehen, dass sich kurze Zeit später auch die Kredite für gewerbliche und private Vorhaben verbilligen werden. Hebt die EZB den Leitzins an, verteuern sich auch die Kredite bei den Banken. Deshalb wird der Leitzins politisch auch für die Beeinflussung der Entwicklung der Wirtschaft eingesetzt.


Der Nominalzins ist darüber hinaus abhängig von der aktuellen Lage auf dem Kreditmarkt. Übersteigt die Nachfrage das aus den Einlagen anderer Kunden mögliche Angebot, sorgt die Verknappung der zur Verfügung stehenden Mittel auch für eine Erhöhung beim Nominalzins. Hier wirkt sich für den Verbraucher förderlich aus, dass die Zahl der auf dem Markt agierenden Anbieter ständig steigt und der Kampf um die Kunden ihm so manchen Prozentpunkt an Einsparungen beim Nominalzins beschert.

Doch auch die persönliche Lage des Kreditnehmers wirkt sich auf den von der Bank erhobenen Nominalzins aus. Ist die Bonität des Kunden besonders gut, darf er mit einem niedrigeren Nominalzins rechnen als der potentielle Kreditnehmer, dessen Einkommen gerade so ausreicht, um die Raten zahlen zu können. Hinzu kommt, dass die Banken beim verlangten Nominalzins Unterschiede machen, ob es sich um einen zweckgebundenen Kredit handelt oder der Kunde die Kreditsumme zur freien Verfügung bekommt. Für zweckgebundene Kredite wird in der Regel ein niedrigerer Nominalzins verlangt als für verwendungsfreie Kredite.


Auch die Besicherung eines Darlehens hat Einfluss auf den Nominalzins. Die Eintragung von Rechten zum Beispiel bei einer Immobilienfinanzierung oder die Verpfändungserklärung eines Guthabens aus einer Versicherung bringen ebenfalls Vorteile beim Nominalzins. Bei zweckgebundenen Krediten verlangt die Bank häufig auch einen Eigentumsvorbehalt, wenn man einen günstigen Nominalzins bekommen möchte. Der klassische Fall dafür ist die Hinterlegung des KFZ Briefs bei einer Fahrzeugfinanzierung.

Beim Ausweis von Kreditkosten durch den Nominalzins sollte man auch auf die Laufzeit einer eventuellen Zinsbindung achten. Ist das Zinsniveau zum Zeitpunkt des Abschlusses des Kreditvertrages besonders niedrig, sollte man eine möglichst lange Laufzeit der Zinsbindung vereinbaren. Ein hohes Zinsniveau sollte den potentiellen Kreditnehmer dazu bringen, mit der Bank einen variablen Zinssatz auszuhandeln, der jährlich neu angepasst wird. Dabei sollte man allerdings darauf achten, dass nicht jedes Mal ein neuer Kreditvertrag abgeschlossen werden muss, denn das kostet zusätzliche Gebühren.


Effektivzins ist Massgebend als Preisangabe für den Kredit

Die Gebühren für einen Kredit sind auch schon das richtige Stichwort, um den Nominalzins und den effektiven Jahreszins gegenüber zu stellen. Wie bereits erwähnt, beinhaltet der Nominalzins ausschließlich das für die Leihe des Geldes verlangte Entgelt. Im effektiven Jahreszins dagegen sind einige im Zusammenhang mit dem Kredit anfallenden Gebühren bereits enthalten. Dabei handelt es sich in der Regel um die Abschlussgebühren und die Kosten, die für die Verwaltung des Kreditkontos bei der Bank und die Erstellung von Kontoauszügen und Bescheinigungen für Finanzamt und Co. anfallen. Auch eventuell zu zahlende Vermittlungsprovisionen können – müssen aber nicht – im effektiven Jahreszins enthalten sein. Gleiches gilt auch für die Kosten einer notwendigen Bewertung von Beleihungsobjekten wie zum Beispiel Immobilien.


Das deutsche Verbraucherrecht verlangt, dass beim Ausweis der Kreditkosten immer sowohl der nominale als auch der effektive Jahreszins ausgewiesen werden. Versteckte Kosten kann man als potentieller Kreditnehmer erkennen, wenn man bei einem Kreditvergleich die zu zahlende Höhe der Annuität mit der Laufzeit multipliziert und die dabei errechneten Gesamtkosten gegenüber stellt. Im Zweifelsfall sollte man bei der Bank direkt anfragen, welche Zusatzkosten dort noch nicht berücksichtigt sind. Das ist besonders dann wichtig, wenn man sich als potentiellen Geldgeber ein Kreditinstitut mit rechtlichem Hauptsitz im Ausland ausgesucht hat. Dort hat schon mancher Kunde eine böse Überraschung erlebt, weil er sich auf einen besonders günstigen Nominalzins verlassen und den entstehenden Kreditnebenkosten keine Aufmerksamkeit geschenkt hatte. Ein echter und genauer Kreditvergleich kann also nur über die Gesamtkosten eines Darlehens erfolgen. Nominalzins und effektiven Jahreszins sollte man als Verbraucher immer nur als Eckdaten zu einer ersten Orientierung nutzen.


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